logo

ttheader
England Austausch 2017

Samstag 29. Juli 2017. Es war mal wieder soweit. Eine Delegation der TSG-Tischtennisabteilung von insgesamt 23 Personen machte sich auf den Weg nach Norwich in England, um dort die Freunde des TTC Taverham und des TTC Foxwood zu besuchen. Das insgesamt bereits 39. Austauschtreffen (seit 1979) wurde von unseren englischen Gastgebern mit einem interessanten Programm gestaltet.

Nach der langen Anfahrt mit mehreren PKW’s bzw. per Flugzeug und der Unterbringung bei den Gastgeberfamilien stand am Samstagabend eigentlich ein erstes Treffen aller Beteiligter im Red Lion Pub auf dem Programm. Leider schafften es nur die wenigsten, vermutlich wegen Übermüdung oder eines zu üppigen Abendessens, dort zu erscheinen. Die wenigen Verbliebenen stoßen trotzdem mit ein paar Pints an und hatten sich seit der letzten Begegnung vor einem Jahr in Eislingen viel zu erzählen.

Am Sonntag konnten wir alle zunächst einmal ausschlafen, um Kraft für die anstehende Woche zu sammeln. Nachmittags gab es dann das schon traditionelle Barbecue auf Yvonne Todd’s Anwesen Foxwood, gepaart mit diversen Getränken, Spielen für die Kinder und der üblichen Tombola. Besonders gefreut hat uns das Wiedersehen mit den ehemaligen und langjährigen Exchange-Teilnehmern Debbie und Richard, die vor 10 Jahren nach Neuseeland ausgewandert sind und nun auf Heimatbesuch waren.

BlicklingHallAm folgenden Tag haben wir die Blickling Hall besichtigt, eines der schönsten elisabethanischen Herrenhäuser in der Grafschaft Norfolk. Das einem Schloss gleichende Gebäude war voll von edlen Möbeln, Bildern und sonstigen alten Sachen und zeigt anschaulich wie der englische Adel lebte oder noch heute lebt. Zum Mittagessen haben wir uns mit einem Picknick in einem der zu dem Gebäude gehörenden riesigen Gärten gestärkt. Gegen Nachmittag ging es dann weiter nach Great Yarmouth, einer Stadt an der Küste, im Sommer geprägt von Tourismus und Entertainment. Zum Abendessen gab es an einer Imbissbude das typisch englische Gericht Fish & Chips. Im Anschluss daran ging es in das Hippodrome, einem Gebäude, in dem dauerhaft ein Zirkus untergebracht ist. Dort konnten wir Akrobatik, lustige Einlagen und eine Motorradshow erleben. Als Highlight wurde die Manege des Zirkus am Ende mit Wasser geflutet, so dass uns ein paar Badenixen ihre Kunststücke wie in einem Schwimmbad präsentieren konnten.

wells next to seaAm Dienstag stand ein weiterer Tag an der Nordseeküste auf dem Programm. Es ging nach Wells-next-the-Sea. In zwei aufeinander folgenden Gruppen machten wir zunächst einen Spaziergang zusammen mit Alpakas. Jeder von uns bekam eines dieser südamerikanischen Kamele, um es an der Leine durch enge Gassen, auf Wiesen und an der Küstenstraße entlang zu führen. Dabei lernte man, ob man wollte oder nicht, ein paar typische Verhaltensweisen dieser hierarchisch streng geordneten Herde kennen. Bockiges Stehenbleiben oder sich auf den Boden schmeißen und wälzen, um nur einige zu nennen. Nach dieser Wildlife-Erfahrung ging es zum Picknick an den riesigen Sandstrand. Ein paar Mutige wagten es, zumindest mit dem Wasser in Berührung zu kommen. Ansonsten wurde gechillt oder ein Strandspaziergang unternommen. Zum Abendessen ging es dann nach Fakenham in den Running Horse Pub. Einige mussten mit Entsetzen feststellen, dass sie sich bei der Essensbestellung am Sonntag für Fish & Chips entschieden haben. Die waren im Restaurant aber deutlich besser als am Vortag in der Imbissbude.

Am Mittwoch fuhren wir in die ca. 90 Minuten entfernte berühmte Universitätsstadt Cambridge. Die Autos wurde vor der Stadt auf einem Park-and-Ride Parkplatz abgestellt und weiter ging es typisch englisch in einem Doppeldeckerbus in das Stadtzentrum. Dort angekommen machten wir eine geführte Tour durch das Kings College, dem wohl bekanntesten der ganzen Uni von Cambridge. Wir erfuhren, dass ein College eher der Unterkunft der Studenten dient, das eigentliche Studieren findet in Gebäuden der University of Cambridge außerhalb des Stadtzentrum statt. Im College selber steht auch noch eine riesige Kirche, die King’s College Chapel, die über einen Zeitraum von 100 Jahren erbaut wurde. Im Inneren befindet sich u.a. ein Gemälde von Peter Paul Rubens von unschätzbarem Wert. Nach der Führung stand der Nachmittag zur freien Verfügung. Leider fing es dann an zu regnen und wollte einfach nicht mehr aufhören. Damit bestand das Programm überwiegend aus diversen Cafés und Kneipen verbunden mit Shopping in einer großen Einkaufsmall. Das berühmte „Punting“ auf dem Fluss Cam, vergleichbar mit dem Stocherkahnfahren fiel buchstäblich ins Wasser. Abendessen gab es bei einem Italiener am Marktplatz. Kleine Pizza + Nachtisch für umgerechnet 18 Euro, da sind wir von den deutschen Italienern besseres gewohnt.

Das Bootfahren konnten wir dann am Donnerstag in aller Gemütlichkeit und mit viel Genuss nachholen. In Wroxham hatten unsere Gastgeber einige Boote zum Selbstfahren gemietet. Mit diesen ging es hinaus in die von vielen Touristen sehr geschätzten Norfolk Broads, einem riesigen, verzweigten Wassersystem aus Flüssen, Kanälen und Seen, die z.T. bis ans Meer führen. Die Wasserlandschaft entstand vor langer Zeit durch den Eingriff des Menschen, indem im Mittelalter Torf als Heizmaterial gestochen wurde und später der Wasserspiegel angestiegen ist. Da die Boote eine Maximalgeschwindigkeit von 8 km/h haben, konnten auch die Kinder mal das Steuer übernehmen und die Erwachsenen durften die herrliche Natur und die tollen Häuser am Ufer bewundern. Einigen von uns war es sogar gegönnt, eine Otterfamilie zu Gesicht zu bekommen. Das Mittagessen mussten wir uns dann echt hart verdienen. Wir mussten mit unseren Booten alle in Ranworth anlegen, was angesichts der wenigen und dann auch noch engen „Parkplätze“ eine echte Herausforderung für die Kapitäne der Boote war. Zur Belohnung gab es dort dann ein gemütliches Café, ein uriges Pub oder einfach einen netten Picknickplatz, wo wir die Pause verbringen konnten. Anschließend ging es dann auf die Rückfahrt in den Heimathafen, wobei auch das eine oder andere Wettrennen nicht fehlen durfte. Zurück in Wroxham hatten wir dann noch die Gelegenheit zum kurzen Shopping bevor es zum Abendessen in das direkt am Ufer gelegene Restaurant „The Ferry Inn“ ging.

Thomas TobiAm Freitagvormittag stand dann der traditionelle Tischtennis-Vergleichskampf um das Bill-Todd-Shield auf dem Programm. Dabei gingen auf Eislinger- und auf der Seite von Taverham jeweils 10 Spieler und Spielerinnen an die Tische. Da mit Tobias und Alfred nur zwei Spieler aus den ersten beiden Mannschaften der TSG dabei waren und Alfred auch noch verletzungsbedingt passen musste, war die Favoritenrolle ganz klar auf englischer Seite. Mit 13-2 fiel dann die Niederlage der Eislinger aber unerwartet hoch aus. Lediglich ein Einzelerfolg durch Tobias sowie das Doppel bestehend aus Viktor und Markus konnten einen Sieg beisteuern. 5 weitere Spiele wurden nur knapp im Fünften Satz verloren. Am Nachmittag ging es dann zu einer Freizeitbeschäftigung, die man wohl in dieser Form in Deutschland nicht finden wird. Eigentlich besteht die Grafschaft Norfolk nur aus flachem Land, man sieht von der Straße aus nirgendwo einen größeren Hügel oder Berg. Mitten in der Stadt Norwich gibt es tatsächlich so etwas was die Engländer als Berg bezeichnen würden. Und dies wird natürlich gleich genutzt, um dort einen Skihang einzurichten. Im Winter kann man manchmal auf echtem Schnee ca. 20 Sekunden abwärts fahren, ansonsten auf einer Kunststoffunterlage. Ein Teil des Hanges wird für das sog. Tubing verwendet. Man sitzt in einer Art Reifen aus Plastik und Gummi und saust den Hang hinunter. Der Fun-Faktor war für viele größer als zunächst gedacht. Vor allem die abschließende Schlange aus allen Teilnehmern was sehr spektakulär.

Zum großen Abschlussabend trafen wir uns im Restaurant Marsham Arms. Neben tollem Essen und einer kleinen Disco wurde von Andrew Parker und Tobias noch einmal auf die Woche zurück geblickt und die außergewöhnliche Dauer und Bedeutung dieser seit 1979 bestehenden deutsch-englischen Vereinsfreundschaft betont. Andrew las dazu einige Glückwünsche und Reaktionen von ehemaligen Teilnehmern vor, die er über Facebook und per E-Mail erhalten hatte. Im nächsten Jahr steht dann das 40-jährige Jubiläum in Eislingen an und wir freuen uns schon jetzt auf den Besuch aus England.

See you next year.

Termine Tischtennis