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Volleyball: Herren 1 gewinnt unschön!

Herren 1 - Verbandsliga

TSV G.A. Stuttgart - TSG Eislingen 1:3 (23:25, 22:25, 25:20, 19:25)

 

Manche Auswärtsspieltage beginnen mit der Frage nach Taktik und Aufstellung. Dieser begann mit einer ganz anderen: Wo ist eigentlich die Halle?

Wer in Vaihingen an der Heßbrühlstraße ankam, sah neben dem imposanten Firmenhauptsitz der Allianz erst einmal: Aushub, Schlamm, Baustelle. Die alte Allianzturnhalle wurde Mitte letzten Jahres abgerissen. Zurück blieb eine große Grube – und die leicht verzweifelte Parkplatzsuche. Die neue Spielstätte? Versteckt im dritten Untergeschoss des Büro-Neubaus, offiziell „Allianz Park Stuttgart“.

Der TSV Georgii-Allianz e.V. spricht auf seiner Homepage vom Beginn eines neuen Kapitels und einer modernen Dreifeldhalle mit guten Trainings- und Wettkampfbedingungen. Das Sicherheitskonzept mit Zutrittsbeschränkungen gilt selbstverständlich auch für die Sporthalle – was dem Ganzen einen leicht geheimdienstlichen Charakter verleiht. Volleyball im Hochsicherheitstrakt.

Drinnen erwartete die Herren 1 der TSG Eislingen dann eine Halle mit gewöhnungsbedürftiger Belichtung. Abstände waren schwer einzuschätzen, die Ballflugkurven wirkten bisweilen wie optische Täuschungen. Dazu kam eine Luft, die das Spiel schnell in eine Art Höhentraining verwandelte – Sauerstoff scheinbar Mangelware, Schweiß im Überfluss.

Sportlich ging es im Verbandsligaduell gegen den direkten Tabellennachbarn um wichtige Punkte im Kampf um den Anschluss an das obere Tabellendrittel. Der erste Satz verlief aus Eislinger Sicht solide: Die TSG lag durchgehend in Führung und sicherte sich Durchgang eins knapp mit 25:23.

Im zweiten Satz wurde jedoch klar, dass man sich auf dieser Führung nicht ausruhen konnte. Zu inkonsequent agierte die TSG in Annahme und Angriff, während Allianz immer wieder Geschenke verteilte – die jedoch nicht konsequent genutzt wurden. Beim Stand von 16:20 schien der Satz bereits zu kippen, ehe Leonid Jurow zum Aufschlag trat. Mit einer starken Serie drehte er den Spielstand auf 23:21 und brachte sein Team zurück auf Kurs. Der Satzgewinn war der verdiente Lohn für diese Phase.

Der Schwung ließ sich allerdings nur bedingt in Durchgang drei transportieren. Das Spiel blieb zerfahren. Hochklassige Aktionen wechselten sich mit Phasen ab, die eher an Kreisklassen-Niveau erinnerten. Mit 20:25 musste die TSG diesen Satz abgeben.

Im vierten Durchgang mobilisierten die Eislinger noch einmal alle Kräfte. Der Wille, drei Punkte mitzunehmen, war deutlich spürbar. Besonders die Angriffe über die Mitte funktionierten nun deutlich besser. Swen Schuppler setzte immer wieder wichtige Akzente und sammelte entscheidende Punkte. Die Mannschaft hielt die Spannung hoch und brachte den Satz – und damit das Spiel – schließlich souverän nach Hause.

Am Ende steht ein 3:1-Auswärtssieg. Kein spielerisches Feuerwerk, kein Glanzauftritt – aber ein wichtiger Erfolg. Man hatte das Gefühl: Mit mehr Konsequenz wäre es schneller gegangen. Doch solche „dreckigen“ Siege gehören in einer langen Saison dazu. Hinterher fragt niemand mehr nach der Ästhetik, sondern nur nach den Punkten.

 

Für die TSG spielten: Rilind Kurtishaj, Jaycee Kurz, Tim Schneider, Dimitri Wilhelm, Swen Schuppler, Alexander Illi, Leonid Jurow, Philipp Doll, Sergej Vlasenko, Fabian Müller und Luis Ata.

 Herren 1 nach Sieg 

Damen 2 – Bezirksliga

SG Leinfelden-Echterdingen – TSG Eislingen 3:1 (25:11, 25:09, 21:25, 25:12)

Ob der Spieltag in Leinfelden-Echterdingen überhaupt stattfinden würde, war noch fünf Tage zuvor völlig offen. Krankheit, Verletzungen, Studium und familiäre Verpflichtungen hatten den Kader der Damen 2 stark ausgedünnt. Am Ende standen genau sechs Spielerinnen bereit, um als Tabellenletzter ohne Punktgewinn beim souveränen Tabellenführer anzutreten.

Mit dabei: Jugendspielerin Sabiha Yavuz, die mit ihren zwölf Jahren ihr Debüt im Mittelblock bei den Aktiven gab. Auf den Außenannahmepositionen mussten die beiden Liberas Meli Roth und Alma Porca aushelfen. Die Rollen waren neu verteilt, gewohnte Abläufe aufgelöst. Es war von Beginn an klar: Dieses Spiel würde weniger über eingespielte Routinen entschieden werden als über Haltung.

Die ersten beiden Sätze verliefen entsprechend unruhig. Abstimmungsprobleme, ungewohnte Laufwege, fehlende Automatismen – all das zeigte sich auf dem Feld. Doch auffällig war, was trotz der Fehler nicht passierte: Niemand ließ den Kopf hängen. Nach jedem missglückten Ballkontakt folgte sofort Zuspruch, nach jedem Punkt ein bewusstes Zusammenkommen im Kreis. Und jeder Punktgewinn wurde gemeinsam gefeiert. Die Spielerinnen wussten, dass sie nur als geschlossene Einheit bestehen konnten. Leinfelden spielte routinierter und nutzte die Unsicherheiten konsequent aus, doch die TSG wankte zwar, blieb aber emotional stabil.

Mit zunehmender Spieldauer wurde das Auftreten klarer und mutiger. Die Annahme gewann an Struktur, die Abwehr rettete Bälle. Besonders Diagonalspielerin Selvi Aksu übernahm immer wieder Verantwortung im Angriff und setzte wichtige Impulse. Gleichzeitig wuchs Sabiha Yavuz sichtbar in ihre Aufgabe hinein und zeigte bemerkenswerte Ruhe für ihr Alter. Aus einem zusammengewürfelten Sextett wurde Schritt für Schritt ein Team.

Im dritten Satz zahlte sich diese mentale Geschlossenheit aus. Die TSG zeigte ihr bestes Aufschlagsspiel des Tages und setzte den Tabellenführer mit druckvollen Serien unter Druck. Mehrere direkte Annahmefehler auf Leinfelder Seite waren die Folge. Während sich bei den Gastgeberinnen erste Nachlässigkeiten einschlichen, blieb Eislingen fokussiert. Nach dem schwierigen Beginn hätte kaum jemand auf ein 25:21 für die TSG gesetzt. Umso größer war die Freude – nicht nur über den Satzgewinn, sondern über den Beweis, dass Einsatzbereitschaft und Teamgeist selbst deutliche Ausgangsunterschiede relativieren können.

Im vierten Satz stellte Leinfelden wieder auf seine starke Anfangsformation um und erhöhte erneut den Druck. Die TSG hielt in der Anfangsphase gut dagegen, kämpfte um jeden Ball. Doch Stück für Stück setzte sich die individuelle Klasse des Tabellenführers durch. Am Ende stand ein verdienter 3:1-Erfolg für Leinfelden, verbunden mit dem Aufstieg in die Landesliga.

Für die Damen 2 bleiben noch drei Saisonspiele – verbunden mit der Hoffnung auf den ersten Saisonsieg. Der Auftritt in Leinfelden hat gezeigt, dass diese Mannschaft mehr ist als ihre Tabellenposition. In einer Situation, in der vieles gegen sie sprach, hat sie Charakter und Mut bewiesen. Und genau darauf lässt sich aufbauen.

Für die TSG spielten:

Sabiha Yavuz, Melanie Roth, Alma Porca, Selvi Aksu, Ellen Martin und Sofia Martens - unterstützt von Trainer Fabian Müller und Lena Lörz.

 

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Veröffentlichung

Mo, 23. Februar 2026

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