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Volleyball: D3 gemeinsam unterwegs

Was braucht es eigentlich, damit aus einzelnen Spielerinnen ein echtes Team wird? Sich gemeinsam auf den Weg zu machen, könnte eine Antwort sein. Und so traf sich die neu formierte Damen 3 am Sonntag zu einem besonderen Teamtag in der Natur rund um Eislingen.

Los ging es am Tälesweg. Bevor sich die Mannschaft auf den Weg machte, stand zunächst das gemeinsame Gestalten und Austauschen im Mittelpunkt. Jede Spielerin bekam einen eigenen Briefumschlag, den sie mit ihrem Namen und Stickern verzieren konnte. Die Motive wurden nach persönlichen Vorlieben ausgewählt und sollten etwas von der eigenen Persönlichkeit zeigen. Über den Tag hinweg konnten darin kleine Botschaften, Komplimente und positive Beobachtungen füreinander hinterlassen werden. So nahm am Ende jede einen Umschlag voller persönlicher Worte aus der Mannschaft mit nach Hause.

Nach diesem lockeren Einstieg begann die eigentliche Tour. Vier Stunden lang ging es über Streuobstwiesen und verschiedene Plätze im Wald und auf den Wiesen bis zur Öschhalle. Dabei war der Weg mindestens genauso wichtig wie das Ziel: Mit wechselnden Gesprächspartnerinnen beschäftigten sich die Spielerinnen unterwegs mit Fragen rund um das gemeinsame Mannschaftsleben.

Was erwarte ich von meinen Mitspielerinnen? Was bringe ich selbst ein? Worauf müssen wir uns verlassen können? Und wofür wollen wir als Team stehen?

Auf der Streuobstwiese sollte sich das Team gemeinsam einen Lieblingsbaum aussuchen. Die Wahl fiel ausgerechnet auf ein altes, gezeichnetes und zumindest äußerlich etwas absterbendes Exemplar, das etwas außerhalb einer dichten Baumgruppe stand. Die Mädels tauften ihn kurzerhand Michael, einige nahmen ihn sogar in den Arm und gemeinsam stellte man fest: Äußerlich mag Michael nicht mehr ganz taufrisch sein, aber er hat gute innere Werte. Damit war nicht nur der erste Running Gag geboren, sondern irgendwie auch eine passende Botschaft des Tages. Wie passend, dass der Name Michael seinem hebräischen Ursprung nach "der ist wie Gott" bedeutet.

Dass Zusammenarbeit manchmal leichter klingt, als sie in der Praxis ist, zeigte sich bei den Teamaufgaben. Eine Plane musste gewendet werden, ohne den Boden zu berühren. Bei Übungen mit geschlossenen Augen waren Vertrauen und Kommunikation gefragt und beim Kartenspiel „The Mind“ galt es, sich möglichst ohne Worte aufeinander einzustellen.

Aus den Gesprächen und Aufgaben kristallisierten sich auch Grundsätze für die kommende Saison heraus. Besonders wichtig ist den Spielerinnen, Gemeinschaft auch außerhalb des Volleyballfeldes zu leben – zum Beispiel bei einem gemeinsamen Freibadbesuch. Trainer Fabian ist darüber hinaus vor allem Zuverlässigkeit bei Absprachen zu Training, Spieltagen und anderen Mannschaftsterminen wichtig.

Auch die Rollenverteilung wurde geklärt: Der Trainer erhielt von der Mannschaft ausdrücklich die Erlaubnis, die Spielerinnen als „Sensei“ durch die Saison zu führen. Welche Rechte und Pflichten mit diesem außergewöhnlichen Amt verbunden sind, wird sich wohl erst noch zeigen.

Zum Teamtag gehörte aber nicht nur das Reden über Zusammenhalt. Spätestens bei der Bachüberquerung musste dieser praktisch gelebt werden. Zwar führte der Bach glücklicherweise kaum Wasser und die Begeisterung über das Hindernis hielt sich bei den Mädels in Grenzen – am Ende zogen aber alle gemeinsam durch und erreichten den Feldweg am gegenüberliegenden Ufer.

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Eine junge Mannschaft vor einer neuen Herausforderung

Mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 15,1 Jahren ist Damen 3 eine ausgesprochen junge Mannschaft. In der kommenden Saison geht das Team nicht nur in der U18 an den Start, sondern wagt gleichzeitig den Schritt in den aktiven Spielbetrieb bei den Damen.

Dass dort Niederlagen, Rückschläge und Hindernisse warten werden, gehört dazu. Als Trainer traue ich der Mannschaft zu, sich diesen Herausforderungen gemeinsam zu stellen, konstruktiv mit ihnen umzugehen und daran zu wachsen. Vielleicht war die Bachüberquerung dafür schon ein passendes Bild: Nicht jedes Hindernis löst Begeisterung aus – manchmal muss man trotzdem gemeinsam durch.

Schließlich erreichte die Gruppe die Öschhalle. Hinter ihr lagen einige Kilometer in der Natur, Spiele, Gespräche, Herausforderungen, ein Bach, jede Menge Sticker und mit Michael sogar ein neues, wenn auch etwas betagtes Mannschaftsmaskottchen.

In der letzten Stunde wurden die Erlebnisse und Gespräche des Tages noch einmal zusammengeführt und festgehalten, was die Mannschaft in die neue Saison mitnehmen möchte.

Eine Mannschaft entsteht eben nicht allein dadurch, dass sechs Spielerinnen gemeinsam auf dem Feld stehen. Sie entsteht, wenn man sich aufeinander verlassen kann, Verantwortung übernimmt und Gemeinschaft auch dann lebt, wenn gerade kein Volleyball über das Netz fliegt.

 

Die neue Saison kann kommen.

 

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Veröffentlichung

Mo, 27. Juli 2026

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